Höhen und Tiefen

Traumhaftes Engadin
Traumhaftes Engadin

Wer auf den Gipfel will, muss auch Täler durchschreiten...

Nichts kann meine vergangenen Monate in sportlicher Hinsicht besser zusammenfassen als zwei Begriffe: Höhen und Tiefen.

 

Im April nach dem erfolgreichen Abschneiden beim Zürich Marathon und dem Erreichen der EM-Limite war meine sportliche Welt mehr als nur in Ordnung. Wie geplant legte ich im Anschluss an den Marathon eine mehrwöchige Laufpause ein, um meinem Körper und Bewegungsapparat die nötige Erholung zu gönnen. Mit Alternativtraining hielt ich mich fit und freute mich auch schon wieder auf den "Laufwiedereinstieg" nach der Pause.

Anfang Mai wurde schliesslich die Nomination für das Schweizer Marathonteam an der EM bekanntgegeben. Mit meiner Selektion ging für mich ein grosser Traum in Erfüllung. Endlich an einem Grossanlass teilnehmen zu können und dies im eigenen Land, einfach nur fantastisch!

 

Fast gleichzeitig fand die Wahl des Swiss Starters für den Monat April statt. Dank Euren Bemühungen und Stimmen konnte ich diese Wahl gewinnen und den tollen Preis, einen iPad mini mit persönlicher Gravur, in Empfang nehmen. Herzlichen Dank Euch allen, die Wahl hat mich sehr erfreut.

 

Damit hatte es sich aber mit den erfreulichen News. Nachdem ich nach der Trainingswiederaufnahme vermehrt einen stechenden Schmerz im Schienbein verspürt und sich dieser bei jeder Laufeinheit bemerkbar gemacht hatte, wusste ich, dass irgendetwas nicht stimmen konnte. Trotz dieser Umstände entschloss ich mich am Muttertag zu einem Start beim Schluchseelauf in Deutschland. Der 18,5 km lange Rundkurs um den See wurde für mich zur Qual. Echte Lauffreude wollte in diesem Jahr nicht aufkommen, der Schmerz im Schienbein ein ständiger Wegbegleiter war.

Medizinische Abklärungen in der Folgewoche ergaben Klarheit; die Schmerzen im Schienbein entpuppten sich als Ermüdungsbruch.

Folglich durfte ich während rund sechs Wochen keinem geregelten Lauftraining mehr nachgehen. Mit Alternativsportarten wie Aquajogging, langen Veloausfahrten, Kraft- und Crosstrainereinheiten versuchte ich meine Fitness aufrechtzuerhalten. Mit zunehmender Laufabstinenz geriet auch mein Traum vom Start an der EM ins Wanken. Gedanklich war der 17. August allgegenwärtig und irgendwie doch weit entfernt. Sollte mein Traum so kurz von der Ziellinie platzen?

 

Immerhin konnte ich Ende Juni langsam wieder ins Lauftraining einsteigen. Anfangs Juli steigerte ich meine Umfänge in gewohnte Kilometerzahlen, begünstigt wurde dies durch einen zweiwöchigen Trainingsaufenthalt im Laufparadies von St. Moritz. Im Engadin war mit Ausnahme von Adrian Lehmann das gesamte Männer Marathonteam anwesend. Da mir das Tempo der anderen Kollegen oft zu schnell war, versuchte ich, nach meinem Wohlbefinden zu trainieren. Dabei unternahm ich auch zahlreiche längere Trailläufe, die zur Motivationssteigerung beitrugen.

 

Nun kann ich seit mehreren Wochen wieder einem geregelten Training nachgehen, die Leistungssteigerung ist merklich spürbar. Doch im Hinblick auf den bevorstehenden EM- Marathon bleibt eine Ungewissheit: Respekt vor der Strecke, der Konkurrenz, der eigenen Leistungsfähigkeit. Gerne hätte ich in meiner Vorbereitung den einen oder anderen Härtetest in Form eines Wettkampfes absolviert, doch die Zeit lief mir förmlich davon. Es gilt jetzt vorwärts zu schauen, positiv zu bleiben und zu hoffen, dass am grossen Tag, dem 17. August, alles gut kommt.

In diesem Sinne bedanke ich mich für all Eure Aufmunterungen und Eure Unterstützung in den vergangenen Wochen. Es ist schön zu wissen, auch in weniger erfreulichen Zeiten auf euch zählen zu können.

 

Ich freue mich auf ein Wiedersehen entlang der EM-Strecke in Zürich und bedanke mich bereits jetzt auf Euren lautstarken Support.

 

Ps untenstehend zwei Beiträge aus der Sonntagszeitung und dem St. Galler Tagblatt welche mein Leben als Sporlter und Berufstätigen wiederspiegeln. Danke Monica und Ralf für die gelungene Berichterstattung.

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St. Galler Tagblatt vom 19.07.2014
Auf leisen Sohlen und eigene Faust
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Sonntags Zeitung vom 27. Juli 2014
Das Ziel ist das Ziel
SoZ 27 7 07.pdf
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